Interview vom 01.04.2016

Interview vom 01.04.2016 bei www.rostock-sport.de

+++ Den Karate-Sport im Fokus - Nachgefragt bei Catharina Weber, Inhaberin der gleichnamigen Sport- und Karateschule in Rostock - "Karate ist vielfältig, lehrt gegenseitigen Respekt, Achtung und Disziplin..." +++

Karate ist global im Trend. Bei den letzten Weltmeisterschaften 2014 in Bremen starteten fast 900 Karateka aus 116 Ländern. Dabei setzten insbesondere die Athletinnen und Athleten aus Japan (zehn Medaillen, drei Titel), Frankreich (acht Medaillen, zwei Titel), Deutschland (sieben Medaillen, ein Titel) und Ägypten (sechs Medaillen, drei Titel) die sportlichen Akzente.

WM-Titel sicherten sich auch die Türkei, der Iran, Italien, Spanien, Brasilien und Georgien. Aus deutscher Sicht jubelte das Team Kata mit Jasmin Bleul, Christine Heinrich und Sophie Walter über Gold. Zudem ist Karate seit 1981 im Programm der "World Games", der Weltspiele in den nichtolympischen Sportarten.

Aber auch in M-V, speziell in Rostock, hat Karate eine gute sportliche Heimat.

Nachgefragt bei Catharina Weber, Inhaberin der Sport- und Karate-Schule in Rostock

C.Weber über die Entwicklung und Angebote ihrer Sport- sowie Karateschule, ihre persönliche Bindung zum Karate und den Karate-Sport in M-V

"Karate ist vielfältig, lehrt gegenseitigen Respekt"

Frage: Seit wann genau besteht eigentlich Ihre Sport- und Karate-Schule in Rostock? Wie war die bisherige Entwicklung?

Catharina Weber: Die Sport- und Karateschule Catharina Weber wurde im Mai 2015 gegründet - ist also noch relativ jung, in dieser Zeit jedoch schon sehr gewachsen. Ich habe vorher schon jahrelang Karate für Kinder unterrichtet und auch von meinem Mann, der selber Karate betreibt und unterrichtet sehr viel lernen dürfen.
Die bisherige Entwicklung von der Neugründung bis heute ist sehr stark, insgesamt sind allein in diesem ersten Jahr nun schon über 30 Mitglieder verzeichnet-Nachfrage steigend.

Frage: Welche sportlichen Angebote gibt es bei Ihnen? Welche sportlichen Anliegen haben Sie? Und: Wie verliefen die ersten drei Monate des Jahres 2016 für Ihre Schule?

Catharina Weber: Meine Schule, die Sport- und Karateschule Catharina Weber richtet sich vor allem an Kinder von drei bis sechs Jahren und auch an Frauen, die gern im Privatunterricht Selbstverteidigung lernen möchten.
Ich unterrichte das Programm “Samurai Kids“. Dieses Programm ist ein modernes Kampfkunstprogramm für Sicherheit und Charakterschulung für Kinder ab drei Jahren. Es ist eine ideale Vorbereitung für den Kindergarten und die Schule.
Es werden körperliche Fähigkeiten gestärkt, moralische Qualitäten gelehrt, sowie eine altersgerechte und situationsgerechte Selbstverteidigung vermittelt. In der Bewegungsschule werden die feinmotorischen Fähigkeiten der Kinder verbessert, gefördert und gesichert: Motorik, Koordination und Haltung. Ebenso werden auch soziale Fertigkeiten (Life Skills) gelehrt, wie zum Beispiel respektvolles Verhalten und Verantwortungsbewusstsein entwickeln.
Durch speziell eingebaute Spiele haben die Kinder viel Freude am Training und setzen so nebenbei die gelernten Techniken spielerisch um.

Der Zuspruch im Jahr 2016 war bis jetzt enorm, es gab sehr viele Anfragen zum kostenlosen Probetraining und ebenso viele neue Eintritte. Vor allem auf Karate bzw. Selbstverteidigung für Kinder und Charakterschulung legen die Eltern grossen Wert, da unsere Welt sehr viel unsicherer und unbeständiger geworden ist. In diesem Zusammenhang haben sich vor allem auch viele Mädchen für Karate interessiert.
Als Mutter einer kleinen Tochter finde ich das persönlich natürlich sehr schön, da ich selbst weiss, wie viele Gedanken man sich heutzutage als Elternteil um seine Kinder macht.

Frage: Wie verlief übrigens Ihre persönliche sportliche Entwicklung? Was ist für Sie persönlich das Faszinierende am Karate?

Catharina Weber: Ich persönlich habe mit 15 Jahren mit Karate angefangen, das war im Jahre 2001. Zwischenzeitlich hatte ich Studium bedingt eine Pause von drei Jahren, habe danach jedoch praktisch nie wieder mit Karate aufgehört.
Seit 2012 habe ich dann Kinder im Karate unterrichtet und so viel Freude dabei gehabt, dass ich meine eigene Schule auf dem Weg gebracht habe. Ich war schon immer sehr sportlich veranlagt. Meine Familie hatte einen Reitverein, sodass ich schon mit drei Jahren im Sattel sass und dann natürlich auch fast jeden Tag geritten bin, ob nun Turniere oder nur freizeitlich.

Mit 13 Jahren hatte ich dann allerdings vor allem aus privaten Gründen sehr grosse Probleme mit meiner Selbstsicherheit und meinem Selbstbewusstsein.
Ich suchte etwas, dass mir sowohl helfen würde, diese Probleme zu überwinden, als mich auch lehren würde, mich selbst zu verteidigen und ohne Angst vor Übergriffen durch die Stadt zu gehen. Und das war Karate.
Das Faszinierende am Karate liegt nicht nur im Aspekt der Selbstverteidigung, sondern vor allem auch in der Verbindung von Körper und Geist, der Traditionen und Werte des Karate und der Gemeinschaft. Karate ist vielfältig, lehrt gegenseitigen Respekt, Achtung und Disziplin. Ausserdem wird der gesamte Körper trainiert, nicht nur einzelne Körperteile.

Letzte Frage: Wie beurteilen Sie zudem die Entwicklung des Karate-Sportes in M-V?

Catharina Weber: Ich denke, die Entwicklung des Karatesportes in M-V wird weiter stark ansteigen. Schon in den letzten Jahren konnte man einen eindeutigen Trend zum Karate hin erkennen - eben weil Karate so viel mehr bietet, als reinen Kampfsport.
Viele Menschen suchen gerade in unserer heutigen Zeit nicht nur nach Selbstverteidigung, sondern auch nach Werten und Traditionen mit Beständigkeit, sowie nach Sport in der Gemeinschaft. All das kann ihnen der Karatesport bieten.